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Werkzeuge, Ansätze & Philosophie oder:

Wie ich arbeite

Im Zen heißt es „vergiss dein Wissen“, und ich fand das lange Zeit sehr irritierend – bis ich darauf kam, dass man sich erstmal Wissen angeeignet haben muss, damit man überhaupt etwas hat, das man vergessen kann. Ich liebe das nämlich: mir Wissen aneignen, Aha-Erlebnisse haben, Verbindungen herstellen, auf Fragen stoßen, nachdenken, entdecken … . Ich liebe Bücher, ich liebe Menschen, die mich an ihren Leidenschaften und Themen teilhaben lassen, ich liebe es zuzuhören, ich liebe Gespräche. Ich denke nur nicht mehr, dass ich noch dieses oder jenes Zeugnis, diese Ausbildung und jenen Abschluss brauche, diesen Titel und noch einen Titel vor meinem Namen haben muss. Ich gehöre keinem Verein, keinem Verband und keiner Interessengruppe an, ich folge keinem Trend, keiner Strömung und keiner Ideologie, keiner Religion, keiner Partei, keinem Glaubenssystem, keinem Richtig-oder-Falsch, keinem irgendwas … .

Ich folge mir. Meiner Intuition. Und ich lasse mich leiten von Empathie.

Es gibt Menschen, die können das von Natur aus. Die tun ähnliche Dinge wie ich, ohne je irgendetwas in dieser Richtung gelernt zu haben. Zu diesen Menschen gehöre ich nicht. Ich musste eine Menge lernen, ausprobieren und sprichwörtlich am eigenen Leib erfahren, ehe ich die Dinge so tun konnte, wie ich sie mittlerweile tun kann. Ich hatte und ich brauchte (und ich habe und brauche noch immer) Lehrer, Mentoren und Seelenverwandte (sowohl unter den Zweibeinern als auch unter den Vierbeinern). An dem Zuhause, in dem sich meine Intuition entwickelt hat (und weiter ent-wickelt), haben – außer mir selbst – also recht zahlreiche Architekten mitgewirkt. Meine Arbeit mit Mensch und Tier basiert deshalb auf allem möglichen und nicht "nur" auf Intuition, nicht "nur" auf Empathie, nicht "nur" auf Verhaltensbiologie oder Psychologie oder was auch immer. Meine Arbeit basiert auf allem, was ich je gemacht, gelernt und erfahren habe – und auch das eben in Bezug auf Mensch und Tier.

Was "große Namen" anbelangt, so wurde und werde ich insbesondere beeinflusst von Immanuel Birmelin, Erik Zimen, Marc Beckoff, Günther Bloch, Marshall B. Rosenberg, Gabor Maté, Peter Levine und Byron Katie. Das, was ich tue, basiert auf einem Mix ihrer Arbeiten – insbesondere auf Gewaltfreier Kommunikation (GfK) sowie Elementen aus Compassionate Inquiry, Trauma-Arbeit und „The Work“ – gepaart und zusammengeführt mit und durch das, was meiner persönlichen Erfahrung und meiner Kreativität entspringt. Das, worauf es mir ankommt, ist die Berührung des Herzens – in jeder Beziehung, jeder Verbindung und im doppelten Wortsinn.

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Von Mensch zu Mensch

Im zwischenmenschlichen Bereich arbeite ich gern (aber nicht zwingend) tier-, natur- und wildnisgestützt. Ich beziehe also – je nach Möglichkeit und dem, was Dich individuell unterstützt – Naturerfahrungen, „Überlebens-Skills“ und Tiere in meine Arbeit ein. Wildtieren, insbesondere Vögeln, kommt im Rahmen dieser Arbeit eine gleichermaßen bedeutsame Rolle wie Haustieren zu. Das gilt auch und gerade, wenn und weil sich die Verbindung mit Wildtieren auf anderen Ebenen manifestiert als der, die wir von den Beziehungen zu unseren Haustieren kennen. Es gibt keine „Schule“, der ich in Sachen Tiergestützte Arbeit (einschließlich Therapie und Pädagogik) folge – das Konzept oder Prinzip, nach dem ich Tiere, Wildnis und Natur in meine Arbeit integriere, habe ich selbst entwickelt. Ich bilde Tiere dabei nicht im engeren Sinne für tierstützte Therapie und Pädagogik aus, weil mir wichtig ist, dass sich jedes Tier als das Individuum, das es ist, einbringt – sowohl mit seinem Können, als auch mit seinem „Nicht-Können“. Nicht zuletzt spiegeln, fördern und fordern uns tierliche Seelenpartner genauso, wie es menschliche Seelenpartner tun, manchmal auf ganz ähnliche, manchmal auf ganz eigene Weise.

Ich selbst werde (sofern das eine Bereicherung für Dich ist) im Rahmen meiner tiergestützten Arbeit von (m)einem kleinen Drachen unterstützt (jedenfalls wirkt er bisweilen wie ein kleiner Drache, er hat aber auch etwas von einem Ziegenbock, meistens aber bellt er) – oder auf Wunsch von Deinem Tier als Begleiter und Helfer für Dich.

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Von Mensch zu Tier – und umgekehrt

Auch in meiner Arbeit mit Tieren folge ich dem Prinzip der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) nach Marshall B. Rosenberg, welches ich auf Tiere übertragen habe (näheres dazu unter Publikationen). Ich arbeite gern mit funktionalen Verstärkern, trainiere aber eher „nur“ so viel wie nötig, nicht so viel wie möglich. Es mag abenteuerlich klingen, aber dem guten alten „Gehorsam“ kommt in meiner Welt eine untergeordnete Rolle zu. Der Schlüssel zu „Gehorsam“ liegt aus meiner Sicht in Sozialisierung, Entspannung und Spiel, wobei in Bezug auf letzteres die Unterscheidung von Game („Wettbewerb“ im weitesten Sinne) und Play („echtes“ Spiel nach verhaltensbiologischer Definition) für mich von großer Bedeutung ist. Auch „spielerisches“ Lernen ist demnach kein Spiel – und ein „gehorsames“ Tier ist nicht gleichzusetzen mit einem zuverlässigen Tier.

Deshalb ist mir auch in Sachen Mensch-Tier-Beziehung die Unterscheidung von Be-Ziehung, Ver-Bindung und Berührung wichtig (näheres unter Warum Berührung der Schlüssel ist). Wenn Du Dir Unterstützung beim Training z.B. Deines Hundes wünschst, wenn Dein Hund oder Deine Katze Dir irgendwelche „Probleme“ macht (Aggression, Angst, Unsauberkeit, Jagdverhalten etc.), Du Dich fragst, wie Du aus Be-Ziehung und Ver-Bindung raus und mehr in Berührung mit Deinem Tier kommst oder wenn Du einfach nur darüber rätselst, welches Tier bzw. welches Individuum „das richtige“ für Dich ist, steht in meinen Coachings immer die „Arbeit“ an der Berührung des Herzens im Vordergrund.

Das gilt auch in Bezug auf Weiterbildungen, die ich für Fachkräfte anbiete. Denn gerade im therapeutischen, im pädagogischen und im Coaching-Bereich bist Du wichtiger als das, was Du tust. Verhaltensbiologisch und psychologisch hat das mit Selbstregulation zu tun. "Spirituell" gesehen steht und fällt mit Deiner Fähigkeit, Dich von Dir berühren zu lassen. Von Dir als Deinem Wilden, authentischen Selbst.