Nervensystem und Wildes Selbst

Was Dein Nervensystem wirklich ist, verstehst Du erst richtig, wenn Du Dir vor Augen führst, dass es Dein Kontakt-Organ ist. Denn es ist Dein Nervensystem, das Dir Kontakt ermöglicht – innerhalb von Dir zwischen Deinem Verstand und Deinem Körper, Deinem Körper und Deinen Gefühlen, Deinen Gefühlen und Deinem Verstand und außerhalb von Dir zwischen Dir und einem anderen Menschen und zwischen Dir und Deiner Umwelt im Sinne von alles, was Dich umgibt. Ohne Dein Nervensystem würdest Du nichts sehen, nichts hören, nichts fühlen, nichts spüren, nichts riechen, nichts schmecken, nichts empfinden. Auch Deine Organe würden nicht funktionieren. Du wärst in Dir und außerhalb von Dir mit nichts und niemandem in Kontakt. Du wärst tot.

Aber Du bist hier, und das bedeutet nicht nur, dass Du ein Nervensystem hast, sondern auch, dass es irgendwie funktioniert. Ich schreibe mit Absicht irgendwie – aber nicht in Bezug auf die grundsätzliche Funktionsweise Deines Nervensystems. Die wäre bei jedem gleich. Ich schreibe irgendwie, weil Dein Nervensystem als das Nervensystem funktioniert, das Du hast, weil es sich bei Dir so und nicht anders entwickelt hat. Das ist beim Nervensystem nämlich anders als bei den anderen Organen. Du bekommst ein Nervensystem nicht so, wie Du andere Organe bekommst. Ein Nervensystem wächst anders, und weil es anders wächst, steht es Dir anders zur Verfügung als beispielsweise ein normales Herz oder eine normale Lunge. Wie normal Dein Nervensystem ist, lässt sich nicht sagen – denn Dein Nervensystem ist einzigartig in der Welt. Niemand hat dasselbe wie Du. Dein Nervensystem hast nur Du.


Wie Du wurdest wie Du bist


Stell Dir Dein Nervensystem nicht in einem „klinischen“ Sinne vor. Stell es Dir als Netz vor, als ein Netz, das Dich insgesamt durchwirkt – bis in jeden noch so entfernten, noch so verborgenen Winkel Deines Körpers. Die „Zentrale“ dieses Netzes bilden Dein Gehirn und Dein Rückenmark, der Rest ist „peripher“. Es gibt witzige Synonyme für „peripher“: von „am Rande liegend“ über „belanglos“ bis hin zu „unbedeutend“, „unerheblich“ und „unwichtig“. Dein peripheres Nervensystem ist gegenüber Deinem Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark) aber alles andere als „unwichtig“. Wir sind nur leider so verliebt in die Fähigkeiten unseres Gehirns und so beeindruckt davon, dass wir unser peripheres Nervensystem gerne vergessen oder mindestens vernachlässigen. Mit Folgen – aber dazu gleich mehr. Für’s erste nur zum drüber nachdenken: auf jeden Nerv, über den Dein Gehirn z.B. Deinem Bauch Informationen zukommen lässt, kommen ungefähr neun Nerven, über die Dein Bauch Deinem Gehirn Informationen zukommen lässt. Da fragt man sich schon, wer da wem mehr zu sagen hat … und warum wir so leicht „falsche“ Entscheidungen treffen, wenn wir auf unseren Verstand hören, anstatt „auf unseren Bauch“.


Unser Körper als solcher, unsere Organe, wachsen – einfach ausgedrückt – auf der Basis von „Programmen“, die in unserer DNA gespeichert sind. Unser Nervensystem wächst demgegenüber auf der Basis dessen, was es umgibt, auf der Basis dessen, was auf es einwirkt. Ein Herz wird ein Herz – ganz egal, ob das Körperchen, in dem es sich befindet, von Reichtum oder Armut umgeben ist, von Krieg oder Frieden, von solchen Menschen oder solchen, von Land oder Stadt, von dieser Kultur oder jener, von viel oder von wenig Stress. Für das Wachstum eines Nervensystems ist das, was dem Herz egal ist, essenziell. Denn das Nervensystem braucht „Kontaktstellen“, an die es andocken kann – nur dann wächst es diesen Kontaktstellen sozusagen entgegen. Wenn eine Umgebung so beschaffen ist, dass sie keine, zu wenige oder die „falschen“ Kontaktstellen anbietet oder wenn Dinge geschehen, die Kontaktstellen blockieren, Verbindungen unterbrechen, kann ein sich entwickelndes Nervensystem nichts irgendwo „entgegenwachsen“ lassen. Ein Kontakt ist dann unterbrochen oder gar nicht möglich – und wenn einem das nicht bewusst ist oder wird, bleibt das ein ganzes Leben lang so. Mit Auswirkungen auf sämtliche Bereiche.


Wie es zu Trennung und Blockaden kommt


In Sachen Trennung und Blockaden innerhalb unserer Anbindung an unser authentisches Selbst, andere Menschen und der Umwelt bzw. Umgebung spielt das periphere Nervensystem eine entscheidende Rolle – und hier vor allem der autonome „Strang“ des peripheren Nervensystems. Dieser Strang wird als „vegetatives Nervensystem“ bezeichnet, und er zeichnet sich dadurch aus, dass er alles regelt, was nicht unserem Willen unterliegt, von Herzschlag und Atmung bis hin zu Verdauung und verschiedenen Hormonausschüttungen. Den anderen „Strang“ bildet das „somatische Nervensystem“ als willkürliches Nervensystem. Wenn wir willentlich einen Arm bewegen, herumlaufen, kauen oder von rechts nach links kucken, können wir das, weil wir ein somatisches Nervensystem haben, das uns das ermöglicht.


Das vegetative (autonome, nicht-willkürliche) Nervensystem teilt sich wiederum in zwei „Stränge“: das sympathische Nervensystem (der „Sympathikus“) und das parasympathische Nervensystem (der „Parasympathikus“). Beide arbeiten parallel und Hand in Hand – der Sympathikus ist dabei der, der uns „aufregt“, der Parasympathikus ist der, der uns „beruhigt“. Mit „Aufregung“ im weitesten Sinne reagieren wir auf diese Weise automatisch (autonom, unwillkürlich) auf alle Reize, die uns in irgendeiner Weise „alarmieren“. Das muss nicht zwingend ein „negativer“ Alarm sein, also nicht zwingend einer, der eine Gefahr darstellt. Das kann auch ein „positiver“ Alarm sein, etwas, das wir gern tun und wofür notwendig ist, dass wir aktiv werden. Der Sympathikus kann entsprechend unterschiedlich intensiv aktiv sein – von „ein bisschen aktiv“, damit wir z.B. im Internet einen Artikel über unser Nervensystem lesen können bis hin zu „mega-aktiv“, wenn wir versuchen z.B. einen Unfall zu vermeiden oder einer Gefahr zu entkommen. Demgegenüber ermöglicht uns unser Parasympathikus, dass wir uns nach aller Aufregung auch wieder abregen, beruhigen. Aufregung und Beruhigung gehen jeweils mit der Aktivierung bzw. Deaktivierung bestimmter Organfunktionen einher – der Beschleunigung oder Verlangsamung von Herzschlag und Atemfrequenz etwa, der Förderung oder Hemmung der Verdauung usw.


Die besondere Rolle des Vagus-Nerves


Dass die meisten von uns mehr oder weniger von ihrem Wilden, authentischen Selbst getrennt sind, hat viel mit unserem parasympathischen Nervensystem zu tun – und hier speziell mit dem Vagusnerv. Der Vagus ist der größte Nerv des Parasympathikus und an der Steuerung so gut wie aller inneren Organe beteiligt. Und auch der Vagus unterteilt sich in zwei „Stränge“: in einen „vorderen“ Strang (ventraler Vagus) und einen „hinteren“ Strang (dorsaler Vagus). Der ventrale, „vordere“ Strang des Vagus ist von Myelin ummantelt, was für eine schnellere Informationsweiterleitung sorgt. Dem dorsalen Vagus fehlt das Myelin.


Wenn sich ein Mensch (oder irgendein Säugetier) wegen irgendetwas „aufgeregt“ hat (Sympathikus-Aktivität) und sich nach dieser Aufregung wieder „beruhigt“ (Parasympathikus-Aktivität), übernimmt eigentlich der ventrale, der „vordere“ Strang des Vagusnerves diese Beruhigung. Im „ventralen Vagus-Zustand“ sind wir wohlbefindlich und offen, neugierig, gesellig und voller Vertrauen in den oder die Menschen, die uns umgeben und auch in alles Sonstige, was gerade um uns herum ist. Der „ventrale Vagus-Zustand“ ist der „sozial offene“ Zustand, in dem wir uns normalerweise („normal“ im Sinne von „weit überwiegend“ bzw. „bis auf wenige kurze Ausnahmen immer“) befinden … sollten. In diesem Zustand befinden wir uns normalerweise aber nur, wenn wir – als unser Nervensystem gewachsen ist – eine Umgebung hatten, die uns offene, wohlbefindliche, neugierige, aufmerksame, zugewandte und vertrauenswürdige Kontaktstellen angeboten hat. Hatten wir diese Kontaktstellen nicht oder wurden sie uns in nicht ausreichendem Maß angeboten, ist unser „Normalzustand“ ein anderer – und ein bisweilen hochproblematischer.


Warum uns nicht immer etwas „schlimmes“ passiert sein muss


Viele Menschen glauben, dass sie gut mit sich und anderen in Kontakt - in Berührung - sind oder sein müssten, weil ihnen nie „etwas schlimmes“ passiert ist. Weil sie zum Beispiel nie ein Trauma erlebt haben, einen Unfall etwa, Missbrauch oder Misshandlung oder ähnliches. Tatsächlich „brauchen“ wir dergleichen aber gar nicht, um uns von unserem authentischen Selbst zu trennen. Es genügt, wenn uns unsere Wahrnehmung sagt oder gesagt hat, dass das, was uns umgibt, in irgendeiner Weise nicht sicher ist.


Solche Wahrnehmungen können aufgrund von vielen Ereignissen geschehen, insbesondere in unserer Kindheit und Jugend. Es „reicht“, ausgeschimpft und bestraft zu werden, medizinische Eingriffe über sich ergehen lassen zu müssen, die Scheidung der Eltern mitzuerleben oder den Verlust einer Bezugsperson. Es „reicht“, gehänselt oder ausgegrenzt zu werden, ein Elternteil zu haben, das krank ist oder psychische Probleme hat, es „reicht“ den Wohnort und die Schule wechseln zu müssen, es „reicht“, gestresste oder überforderte Bezugspersonen zu haben. Was „schlimme Dinge“ anrichten, kann man sich vor diesem Hintergrund leicht ausmalen – aber aus der Verhaltensbiologie wissen wir eben, dass gute Dinge, die nicht passiert sind, dieselben negativen Auswirkungen haben können wie alle erdenklichen „schlimmen Dinge“ – wenn wir mit ihnen allein waren.


Unser Kontakt-Organ (das Nervensystem) ist nur so kontaktfähig wie unsere Kontakte in der Vergangenheit


Gute Dinge, die nicht passieren, haben umso gravierendere Auswirkungen, je früher im Leben sie nicht passieren. Zum Zeitpunkt seiner Geburt ist der Mensch das unreifste aller Lebewesen – insbesondere im Hinblick auf sein Nervensystem. Es gibt eine Zeit in unserem Leben, da entstehen jede Sekunde Millionen von Nervenzellen – aber eben nur, wenn und falls in adäquater Weise „äußere Kontaktstellen“ angeboten werden. Fehlen diese „Kontaktstellen“, weil die Hauptbezugspersonen abwesend sind – ganz gleich aus welchen Gründen und in welcher Form – entsteht eine unermessliche Vielzahl von Nervenzellen nicht.


In Bezug auf den Vagusnerv passiert noch etwas anderes. Er steht uns zu Beginn unseres Lebens noch nicht voll zur Verfügung, insbesondere nicht in seinem ventralen, „sozial offenen“ Strang. Deshalb lächeln Neugeborene zum Beispiel auch noch nicht – sie können das nicht, weil sie die nervlichen Voraussetzungen dafür noch nicht ausgebildet haben. Diese sind schlicht und ergreifend noch nicht vorhanden. Was in Sachen Vagusnerv vorhanden ist, ist der dorsale Strang als das entwicklungsgeschichtlich ältere und in der Hierarchie der Nerven übergeordnete System.


Auch der dorsale Vagus sorgt für Beruhigung – aber nicht mit dem Ziel eines sozial wohlbefindlichen Miteinanders. Ist er nur ein bisschen aktiv, sorgt der dorsale Vagus dafür, dass wir gut verdauen können. Läuft er im Notfallmodus auf "maximaler Leistung", übernimmt er die Steuerung der Organfunktionen im Hinblick auf den möglicherweise oder wahrscheinlich bevorstehenden Tod. In einen mehr oder weniger "maximalen" dorsalen Vagus-Zustand gehen wir automatisch (autonom, nicht-willkürlich), wenn wir uns einer in belastender Weise „aufregenden“ Situation nicht entziehen können, weder dadurch, dass wir uns wehren („Kampf“) noch dadurch, dass wir die Situation verlassen („Flucht“) oder um Hilfe ersuchen. Der Zustand, in dem wir uns dann befinden, wird „Freeze“ („Einfrieren“) genannt. Bei Tieren spricht man dann davon, dass sie sich „totstellen“. Das Wort erweckt den Eindruck, als ob diese Tiere das willentlich tun, doch das Gegenteil ist der Fall. Tatsächlich „übernimmt“ der dorsale Strang des Vagusnerves die Situation und beruhigt das Tier, indem er sämtliche Organfunktionen „herunterfährt“, die der Sympathikus zuvor „hochgefahren“ hat. Das Tier ist zunächst sogar bei Bewusstsein, allerdings befindet es sich in einem „weggebeamten“, traumartigen Zustand, in dem es wenig bis gar nichts empfindet – keinen Schmerz, keine Angst – und aus dem es wieder erwachen kann, wenn die Gefahr vorüber ist. Erwacht es nicht, verliert es schließlich das Bewusstsein (Ohnmacht) – und stirbt dann entweder oder erwacht auch aus dieser Ohnmacht wieder, wenn der Jäger aufgrund der Leblosigkeit seiner Beute das Interesse daran verliert, die Beute „für später“ versteckt oder ähnliches. Im folgenden Video lässt sich das „Einfrieren“ und ohnmächtig werden sehr schön beobachten – einschließlich des Aussetzens und wieder Einsetzens der Atmung (Organfunktion) und der anschließenden Vollendung der Flucht.

Zu Beginn unseres Lebens bis in unsere ersten Lebensjahre hinein steht uns mehr „dorsaler Vagus“ zur Verfügung als „ventraler Vagus“. Solange das so ist, können wir nur mit „Einfrieren“ auf belastende Situationen reagieren. Stellt unser Nervensystem eine belastende Situation fest, der wir uns nicht entziehen können (und das können wir nicht, auch nicht, wenn wir „schon“ drei, fünf oder neun Jahre alt sind oder älter), „fährt“ uns unser dorsaler Vagus „herunter“, schneidet uns also autonom und nicht willentlich beeinflussbar von unserem Empfinden ab. Je früher, je häufiger, je länger oder je einschneidender das in unserem Leben passiert, desto „besser“ und nachhaltiger lernt unser Körper, mit einem Shut-Down, einem „Ausschalten“ unseres Empfindens, auf belastende Situationen zu reagieren. Das ist keine Fehlfunktion, sondern ein lebensrettendes Notfallprogramm für Ausnahmesituationen. Kognitiv gegensteuern können wir nicht, denn das autonome Nervensystem entzieht sich willentlicher Beeinflussung. Kognitiv können wir nur "mitmachen" - und willentlich noch mehr unterdrücken, verdrängen und abspalten, als ohnehin schon ausgebendet wird. Frei nach dem Motto "der Geist beherrscht den Körper".


Wenn unsere Umgebung nicht sicher ist


Ausnahmesituation bedeutet „nicht alltäglich“ und „nicht länger andauernd“. Wenn wir unser Leben aber nicht als sicher wahrnehmen – ganz gleich aus welchen Gründen – fängt das Notfallprogramm an, autonom in Dauerschleife zu laufen. Das gilt nicht nur für den parasympathisch verursachten Shut-Down, sondern auch für den sympathisch verursachten Zustand von „Kampf oder Flucht“. Mehr oder weniger ist das bei uns allen der Fall, aus den verschiedensten Gründen.


Warum aber merken wir das nicht? Wo es doch im Grunde eine Binsenweisheit ist, dass wir alle viel zu viel Stress haben. Deshalb boomt ja auch die Wellness-Industrie und mit ihr alles, was „Entspannung“ verspricht … .


Die Antwort ist einfach: wir merken es nicht, weil wir - ich habe es oben gerade angedeutet - ein Großhirn haben, das uns ermöglicht, sowohl über unsere „Aufregung“ (Kampf/Flucht-Zustände) als auch über unsere Shut-Downs hinwegzureiten, bzw. "mitzumachen", wenn es ums Verdrängen geht. In Sachen Shut-Down gilt, dass wir das, was wir sowieso nicht fühlen (können), auch nicht wahrnehmen. In Sachen Kampf/Flucht-Zustände sind wir Meister der Selbstbeherrschung. Wir können Gefühle und Emotionen Kraft unseres Willens unterdrücken. Um zu funktionieren. Was dadurch in Bezug auf unser Wildes, authentisches Selbst passiert ist folgendes:


Unser Körper folgt seiner Biologie und reagiert wie er (autonom) reagieren muss. Wir merken davon aber nichts, wenn und weil unser Empfinden entweder im Shut-Down herabgesetzt bzw. betäubt ist oder/und wenn und weil wir mithilfe unseres Willens unser Fühlen ausschalten. Kampf- oder Flucht-Zustände sind nicht lustig, verständlich, dass wir nicht fühlen wollen, was wir fühlen würden … . Zugleich können wir gar nicht alles fühlen, was wir fühlen würden, weil unser Nervensystem die Kapazitäten dafür nicht hat – wenn und weil es ins Nicht-Fühlen hineingewachsen ist, wenn und weil es Nicht-Fühlen gelernt hat. Wir haben damit ein beeinträchtigtes Kontakt-Organ, das zur Einbindung von Körper, Verstand und Emotion nicht vollumfänglich fähig ist. Der Körper ist von der Emotion getrennt, die Emotion vom Verstand, der Verstand vom Körper. Alle drei agieren für sich, aneinander vorbei und unter Ausschaltung der jeweils anderen. Das authentische Selbst besteht aber in der bewussten Einheit der drei – und ist in dieser Einheit die Voraussetzung für das in Berührung sein mit anderen und anderem.


Warum die Trennung aufheben?


Wer sich vor Augen führt, dass es Stressoren sind, die Körper, Geist und Seele – Körper, Verstand und Emotion – agieren lassen, wie sie agieren und wer sich das alles vor dem Hintergrund unseres Nervensystems anschaut und das Nervensystem als unser Kontakt-Organ erkennt, dem wird klar, was den Ursprung einer Vielzahl von Erkrankungen ausmacht, insbesondere solcher, die wir als „Zivilisationskrankheiten“ bezeichnen. Es sind dies Erkrankungen des Körpers, der Seele und des Geistes gleichermaßen, und wenn wir in die Statistiken schauen, dann sehen wir, dass diese Erkrankungen häufiger werden, immer jüngere Menschen „befallen“ und in Ansätzen und „Zügen“ bei fast jedem zu finden sind. Selbst dann, wenn irgendwelche „Blutwerte“ oder dergleichen noch in Ordnung sind, können wir uns auf direktem Weg in eine Erkrankung befinden und in riesen Schritten darauf zu marschieren. Oder in eine Depression, eine Multiple Sklerose, eine Allergie, eine Autoimmunerkrankung.


Hinzu kommt, dass wir gar nicht wissen, wozu unser Nervensystem fähig sein könnte, wenn wir uns über das bislang wissenschaftlich Beweisbare hinauswagen. Sind die fünf Sinne, die wir kennen, tatsächlich die einzigen, über die wir verfügen? Wie weit geht Empathie? Kann man einen nahestehenden Menschen vielleicht doch über tausende Kilometer hinweg fühlen? Kann man vielleicht doch Gedanken teilen, telepathische Verbindung haben und dergleichen? Gibt es noch andere Ebenen der Verbindung mit anderen und anderem, als die, wir kennen?


Neuroplastizität – das Nervensystem nachträglich wachsen lassen


Ganz gleich wo Du individuell stehst und worum es Dir geht – um Heilung und Gesundwerdung, um heil bleiben, um spirituelle Aspekte Deine persönliche Entwicklung betreffend – das Nervensystem, das Du hast, kannst Du verändern. Im Grunde machst Du das immer, wenn Du etwas lernst, etwas in Deinem Leben erkennst, wenn Dir etwas bewusst wird und Du etwas veränderst. Das nennt sich Neuroplastizität, und eigentlich kannst Du gar nicht vermeiden oder verhindern, dass das mit Deinem Nervensystem geschieht. Solange Du die Dinge aber nicht bewusst tust, überlässt Du was immer geschieht, dem Zufall. Und der kann Dich bekanntlich sowohl positiv als auch negativ überraschen.


Das Nervensystem in Sachen Kontaktfähigkeit wachsen lassen und die Kapazitäten des Nervensystems in Bezug auf das Fühlen zu erweitern ist einfach und nicht einfach, über Nacht möglich und langwierig. Denn man kann das Nervensystem nicht zwingen und nicht beschleunigen, man kann ihm keinen Willen aufdrängen (das bringt es im Zweifel nur in den Shut Down …). Mit dem Nervensystem zu arbeiten erfordert Behutsamkeit – viel und große Behutsamkeit – umso mehr, wenn und falls


- es in Deinem Fall „schlimme Dinge“ und Traumata waren, die in einzelnen Bereichen

dazu geführt haben, dass Du von Deinem Wilden, authentischen Selbst getrennt bist,

- wenn Du bereits eine Erkrankung hast oder

- auf eine zumarschierst oder

- Dich immer wieder in belastenden, vielleicht gar toxischen Beziehungen wiederfindest oder

- schlicht und ergreifend in Deinem Leben nicht glücklich bist, obwohl Du augenscheinlich

alles hast oder

- Dir bislang irgendwie nichts richtig helfen konnte.


Dein Nervensystem als Dein Kontakt-Organ – zu Deinem Wilden authentischen Selbst als Eins im Sein von allem – könnte der „Missing Link“, könnte das fehlende Puzzleteil sein.


Vielleicht kennst Du den Film „Avatar“? Die Macher dieses Films haben den Na‘vi einen Zopf verpasst – einen Zopf voller „Tentakel“, über den sie sich mit Eywa verbinden können, einer Art „Informationsnetz“, das in dem Film alles mit allem verband. Tatsächlich sind wir so ein Zopf voller Tentakel, voller Standleitungen in jeden Winkel unseres Körpers, in jeden Winkel jeder unserer „Ebenen“ oder „Dimensionen“ und in jeden Winkel und jede Ebene von wem und was auch immer um uns herum. Das ist nicht „Eywa“ – und das ist auch nicht weird (egl. seltsam) – das ist Wyrd.

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