tiergestuetzte-Arbeit-Intervention.jpg

Tiergestützte Arbeit & Intervention

Die Tiergestützte Arbeit & Intervention hat sich in den letzten Jahren so rasant entwickelt, dass man nicht nur von einem regelrechten Siegeszug sprechen kann, sondern auch von einer Art Erwachen. Nachdem anfangs ein immenser Fokus auf die Ausbildung der Tiere gelegt wurde, begegnen mir in jüngster Zeit immer mehr Interessenten, die ihre Tiere gar nicht mehr so gehorsam haben wollen - sondern lieber naturbelassen sozusagen, glücklich, entspannt, offenherzig und im Grunde "nur" lieb. Vor allem in der Tiergestützten Erlebnispädagogik begegnen mir solche Menschen.

Für mich liegt in "naturbelassenen" Tieren der Schlüssel zu wirklich guter tiergestützter Arbeit, ganz gleich, ob diese in Therapie, Pädagogik, Fördermaßnahmen oder Aktivitäten liegt, um diese Einteilung an dieser Stelle zu bemühen. Ich habe für mich eine etwas andere Unterteilung vorgenommen, aber dazu gleich mehr. Zunächst liegt mir daran, zu betonen, dass tiergestützte Arbeit Herzensarbeit ist, d.h. es ist das Herz, das die Arbeit macht, und es ist das, was ans Herz geht, was diese Arbeit gelingen lässt: die Berührung des Herzens, die Berührung zweier Herzen auf Seelenebene (wobei die "Seelenebene" keine geringere als eben die Herzensebene ist). Geht tiergestützte Arbeit& Intervention ans Herz, geschehen Wunder. Geht tiergestützte Arbeit am Herzen vorbei, bewirkt ein Tier vielleicht augenscheinlich das ein oder andere Positive, es schöpft aber zum einen sein Potenzial nicht aus und zahlt zum anderen nicht selten einen hohen Preis für seine Dienste. Und das muss nicht nur nicht sein, das steht dem Erfolg tiergestützter Arbeit sogar massiv im Weg.

Mein Ansatz ist deshalb, das Gelingen der "Herzberührung" in den Vordergrund zu stellen. Diese Herzberührung hat in der tiergestützten Arbeit immer mindestens 3 Beteiligte: Dich als "Anbieter" oder "Praktiker", das Tier, mit dem Du arbeitest und den Klienten. Deshalb genügt es für tiergestützte Arbeit jeder Art nicht, nur Tiere zu mögen. Wenn Du Dich für diese Arbeit interessierst, musst Du die Menschen ebenso mögen. Ein Tier nimmt niemandem die zwischenmenschliche Begegnung ab - es schlägt lediglich eine Brücke, über die es sich leichter zueinander gehen und zueinander finden lässt.

Was ist tiergestützte Arbeit und was
tiergestützte Intervention?

Ich habe bereits angesprochen, dass ich die Sache in wenig anders einteile, als es bislang zumeist gemacht wird, wenn der Begriff der "tiergestützten Intervention" als Oberbegriff für alles definiert wird, was in irgendeiner Weise mit dem Einsatz von Tieren für menschliche "Gesundheits- und Bildungszwecke" zu tun hat. Nicht alles ist dabei aber "Intervention", denn Intervention setzt Interventionsbedarf voraus, also das Vorhandensein eines wie auch immer gearteten Defizits, sei es körperlich, geistig oder psychisch, erkrankungs- oder einschränkungsbedingt. Damit unterstelle ich automatisch allen Menschen "Defizite", auch denen, die nur Spaß am Umgang und an Erlebnissen mit Tieren haben. Man hat genau dafür zwar den Begriff der "tiergestützten Aktivitäten" geschaffen. Diese "Aktivitäten" firmieren aber eben auch unter dem (Ober-)Begriff der Intervention. Und das finde ich persönlich etwas unglücklich.

 

Ähnliches gilt für die Sache mit der Therapie und Pädagogik. Im Allgemeinen heißt es, dass die Bezeichnungen "tiergestützte Therapie" und "tiergestützte Pädagogik" Personen vorbehalten sein sollen, die eine staatlich anerkannte Ausbildung oder ein staatlich anerkanntes Studium (nach dem Berufsbildungsgesetz) erfolgreich abgeschlossen haben. In Sachen "Therapie" dürfen nur Personen mit solch einem Ausbildungsabschluss Heilbehandlungen vornehmen. Allerdings dürfen nicht nur Pädagogen Wissen und Fähigkeiten vermitteln. Es gibt zudem so viele wundervolle komplementäre und alternative Therapieverfahren und Ansätze, dass ich persönlich tatsächlich Bauchschmerzen bei dem Gedanken habe, diese - wenn sie tiergestützt angeboten werden - allenfalls als "tiergestützte Fördermaßnahmen" zu bezeichnen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Begriff der „Förderung“ eigentlich einen Teilbereich therapeutischer Heilbehandlungen darstellt. Förderung ist angezeigt, wenn es Defiziten zu begegnen gilt. Deshalb wird beispielsweise die Verwendung des Begriffes „Frühförderung“ für Angebote wie Babyschwimmen, Pekip, Babyzeichen u.Ä. zu Recht abgelehnt: ein 6 Monate altes Baby, das z.B. noch nicht sprechen oder laufen kann, hat keine Defizite, sondern ist schlichtweg altersgemäß entwickelt. Es gibt nichts, was bei einem solchen Kind auszugleichen wäre oder überhaupt ausgeglichen werden könnte. Ein altersgemäß entwickeltes 6 Monate altes Baby kann also gar nicht gefördert werden, weder beim Spracherwerb noch in seiner motorischen Entwicklung. Die Formulierung „Tiergestützte Förderung“ ausgerechnet unter dem Oberbegriff der „Intervention“ nicht heilbezogen zu definieren, finde ich ziemlich verwirrend.

Deshalb habe ich mir die Freiheit genommen, meine eigene Unterteilung und Definition aufzustellen. Nach dieser verwende ich den Begriff der tiergestützten Arbeit als Oberbegriff für "alles andere". Der folgenden Grafik kannst Du die Einzelheiten entnehmen:

Tierhestuetzte-Therapie.jpg

Mein Tipp: wenn Du tiergestützt arbeitest und einen staatlich anerkannten Abschluss besitzt, füge diesem Beruf einfach nur das Attribut "tiergestützt" hinzu, z.B. tiergestützte Physiotherapie. Das macht Deine tiergestützte Arbeit konkret, transparent und einzigartig und bringt Dich nicht in die Gefahr, um den schwammigen Begriff der "tiergestützten Therapie" ringen zu müssen. Wenn Du keinen staatlich anerkannten Abschluss in irgendeinem Beruf, aber eine andere Qualifikation - oder sogar etwas eigenes erfunden und entwickelt hast - und darin tiergestützt arbeiten möchtest, setze das "tiergestützt" einfach vor die Bezeichnung, die Du gefunden hast, bzw. die aus dem Zertifikat Deiner entsprechenden Weiterbildung hervorgeht. Tiergestützte Wildnispädagogik zum Beispiel.

Eichhoernchen.jpg

Tiergestützte Arbeit - Weiterbildung

Der Fokus meiner Weiterbildung in Bezug auf tiergestützte Arbeit liegt auf der Entwicklung und dem Einsatz der oben angesprochenen Herzberührung. Außerdem unterstützt und begleitet Dich dieser Kurs individuell bei der Entwicklung und Realisierung dessen, was Du ganz individuell im Bereich tiergestützte Arbeit in die Welt bringen möchtest. Tiergestützte Arbeit ist nichts, was man lernt und dann nachmacht. Tiergestützte Arbeit lebt ganz maßgeblich von Deiner Kreativität, Deiner Phantasie und Deinem Erfindungsreichtum. Es macht nichts, wenn es das, was Du machen möchtest, noch gar nicht gibt. Deshalb ist es ja auf dem Weg durch Dich ;o). Es ist auch ganz gleich, mit welchen Tieren Du arbeiten möchtest, ob mit Gänsen oder Hunden, Katzen oder Hühnern, Pferden oder Kaninchen. Ich selbst beziehe sehr gern auch Wildtiere in die Arbeit ein, denn tiergestützte Arbeit erfordert nicht, dass man das jeweilige Tier zahm auf dem Schoß haben muss. Man kann sehr schön auch mit Tieren arbeiten, die man erstmal gar nicht persönlich kennt - oder denen der jeweilige Klient auf mehr spiritueller Ebene begegnet.

 

Da es in der tiergestützten Arbeit nach meiner Auffassung auch und gerade um zwischenmenschliche Begegnung geht und DAS eigentlich auch der Kern der tiergestützten Arbeit ist, beinhaltet der Kurs neben den

 

- allgemeinen Grundlagen der tiergestützten Arbeit,

- eine Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation (mit Menschen und Tieren),

- eine Einführung ins Tiertraining und

- eine Einführung in die Trauma-Edukation.

 

Tiere bauen Brücken - ohne DICH kann aber niemand darüber gehen.

Tiergestuetzte-Arbeit-B1.jpg
Tiergestuetzte-Arbeit-B2.jpg

Die Weiterbildung steht Dir als Online-Kurs oder als Seminar offen. Ergänzend kannst Du speziell in einzelne Blöcke der Weiterbildung in tiergestützter Erlebnispädagogik hineinschnuppern oder diese Weiterbildung ergänzend wahrnehmen.